
{"id":160,"date":"2002-09-18T16:15:27","date_gmt":"2002-09-18T14:15:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stadthaushotel.com\/Aktuell\/?p=160"},"modified":"2018-04-16T19:57:32","modified_gmt":"2018-04-16T19:57:32","slug":"drei-sterne-hotel-mit-besonderer-note","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stadthaushotel.de\/aktuell\/drei-sterne-hotel-mit-besonderer-note\/","title":{"rendered":"Drei-Sterne Hotel mit besonderer Note"},"content":{"rendered":"<p>Ein Pressebericht im Weser Kurier vom 18. September 2002, Redakteurin Annemarie Stru\u00df von Poellnit.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h2>Eine Klasse f\u00fcr sich: <span class=\"grau\">Das Stadthaushotel in Hamburg<\/span>  <\/h2>\n<p class=\"fett\">Hamburg. Die Dienstleistungsmentalit\u00e4t von Claudia Petersen l\u00e4sst keine W\u00fcnsche offen. Kaum ist die Kaffeetasse leer, ist sie mit der Kanne zur Stelle, l\u00e4chelt freundlich, sagt \u201ebitte sehr\u201c. Wenn man nichts mehr m\u00f6chte, muss man das energisch durchsetzen. Im Stadthaushotel ist der Service sehr gut, aber ein bisschen anders.<\/p>\n<p>Tragende S\u00e4ule des Drei-Sterne-Hauses im Hamburger Stadtteil Altona sind acht behinderte Menschen. Sie kennen sich seit der Kinderzeit. Damit sie auch als Erwachsene zusammen leben und arbeiten k\u00f6nnen, haben ihre Eltern einen Tr\u00e4gerverein f\u00fcr ein Hotel gegr\u00fcndet, das im n\u00e4chsten Jahr sein zehnj\u00e4hriges Bestehen feiert.<\/p>\n<p>\u201eSo was gibt in Europa nicht ein zweites Mal\u201c, sagt Axel Gra\u00dfmann, der aus der Jugendhilfe kommt und eine Art Hotelmanager ist. Gra\u00dfmann legt Wert darauf, dass das Stadthaushotel nicht vom Mitleidsbonus lebt, sondern sich dem Markt und seinen Qualit\u00e4tskriterien stellt. Drei Sterne, das hei\u00dft: Alle Zimmer mit <acronym title=\"water closet\" lang=\"en\" xml:lang=\"en\">WCs<\/acronym> und Dusche, Telefon, <acronym title=\"Television\" lang=\"en\" xml:lang=\"en\">TV<\/acronym>, auf Wunsch auch mit Internetanschluss, picobello sauber und gepflegt. Im Stadthaushotel hei\u00dft das selbstverst\u00e4ndlich auch: mit viel Platz und behindertengerechten Lichtschaltern und Bad-Armaturen. Als besonderer Bonus kommt dazu noch eine f\u00fcr diese Preisklasse auffallend geschmackvolle Einrichtung und der besondere Geist des Hauses, der mit W\u00e4rme und Toleranz nur grob umschrieben werden kann.<\/p>\n<p>Damit das alles klappt, jeden Tag wieder und egal ob vier G\u00e4ste eingescheckt haben oder 40, stehen der Stamm-Mannschaft einige Hotelprofis zur Seite. Da ist die gelernt Hotelfachfrau Eva-Maria Siegels, die schon bei Steigenberger gearbeitet hat. Sie ist f\u00fcr die Rezeption und den Betriebsablauf zust\u00e4ndig. Der Koch im angeschlossenen Restaurant-Caf&egrave; Max B. hat im Sterne-Restaurant Le Canard gelernt und beh\u00e4lt auch in Sto\u00dfzeiten den \u00dcberblick.<\/p>\n<p>Das Max B an der Ecke Max Brauer Allee ist der neue Ableger des Unternehmens Stadthaushotel, dessen Tr\u00e4gerschaft mittlerweile vom Hamburger Sozialverein jugend hilft jugend Hamburg \u00fcbernommen wurde. Die Geb\u00e4ude sind \u00fcber einen begr\u00fcnten Innenhof verbunden, in dem man im Sommer essen kann. Das Max B ist ein schicker Laden mit roten Art-Deco-Lederb\u00e4nken und anspruchsvoller Speisekarte. Es gibt einen t\u00e4glichen Mittagstisch und Angebote f\u00fcr Familienfeiern.<\/p>\n<p>Im Caf&egrave; arbeiten vor allem ehemalige Drogenabh\u00e4ngige, die von jugend hilft jugend Hamburg im Rahmen einer Rehabilitationsma\u00dfnahme betreut werden. Behinderte und Ex Junkies k\u00e4men gut miteinander aus, versichert Gra\u00dfmann. Die Skepsis der Eltern habe sich gelegt. Das Stadthaushotel ist Mitglied im Hotel- und Gastst\u00e4ttenverband und dort auch wohl gelitten.<\/p>\n<p>\u201eWir arbeiten professionell, sind aber als Spartenhotel dennoch nur begrenzt eine Konkurrenz\u201c, sagt Gra\u00dfmann. \u201eSpartenhotel\u201c bedeutet in diesem Fall, dass durchschnittlich 20 Prozent der Hotelg\u00e4ste aus Behinderten bestehen. Dazu kommen Familien und Bekannte.<\/p>\n<p>Gra\u00dfmann sagt gern, das Stadthaushotel sei das einzig \u201enormale\u201c Hotel in der Stadt. \u201eHier k\u00f6nnen sich alle so benehmen, dass sie sich wohlf\u00fchlen.\u201c Eltern mit behinderteren Kindern m\u00fcssten zum Beispiel keine Angst haben, dass jemand sich aufregt, weil ihr Kind beim Essen Ger\u00e4usche macht oder nicht so geschickt mit Messer und Gabel umgehen kann. Das Hotel ist im Durchschnitt zu 70 Prozent belegt. Die Lage ist attraktiv, wegen der N\u00e4he zu Musicalh\u00e4usern und zur Am\u00fcsiermeile Reeperbahn.<\/p>\n<p>Ein Einzelzimmer kostet 72 Euro, ein Doppelzimmer 97 Euro und ein Familienzimmer 118 Euro, jeweils mit Fr\u00fchst\u00fcck und Stellplatz. Auch die Betreuungskosten flie\u00dfen in das Betriebsergebnis ein. Dennoch war das erste Halbjahr 2002 wie \u00fcberall schwierig. Noch ist das Haus nicht aus den roten Zahlen heraus. Gew\u00fcnschte Aus- und Umbauten verz\u00f6gern sich.<\/p>\n<p>Die Verbesserung der finanziellen Basis ist nicht nur eine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern auch Teil des p\u00e4dagogischen Anspruchs, erkl\u00e4rt Kai Wiese, Vorsitzender des Tr\u00e4gervereins jugend hilft jugend Hamburh: \u201eEine Komplett-Alimentierung hat immer etwas Entw\u00fcrdigend.\u201c Das Wissen, dass ihre Arbeitskraft gebraucht wird, tue gut.<\/p>\n<p>Wiese kann mit ansteckendem Engagement \u00fcber die Zukunft von \u201eIntegrationsfirmen\u201c reden. Gerne w\u00fcrde er da auch Peter Hartz noch ein paar Takte erz\u00e4hlen. \u201e15 bis 20 Prozent der Hauptsch\u00fcler k\u00f6nnen nicht in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln werden. Schon deshalb ist Integrationsarbeit auf wirtschaftlicher Basis eine gro\u00dfe Zukunftsaufgabe\u201c, glaubt Wiese. \u201eWir brauchen ein Management, das Arbeit f\u00fcr diese Menschen organisiert, nicht Besch\u00e4ftigung. Subventionieren sollte man nur den Teil, der anders nicht zu finanzieren ist.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Pressebericht im Weser Kurier vom 18. 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